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Das Kölner Dreigestirn, oder: die gestohlene 3

Kölner Dreigestirn
Das Kölner Dreigestirn, oder: die gestohlene 3

Die Kölner lieben ihr Dreigestirn, was ich sehr gut verstehen kann. Denn einerseits lieben die Kölner den Karneval, was absolut berechtigt ist, und andererseits die magische Zahl 3, die uns überall auf der Welt begegnet. So wachsen nicht nur die Haselnüsse zu dritt, auch der gesunde Giersch und die leckeren Erdbeeren überzeugen mit der Dreieinigkeit ihrer Blätter, und selbst der Klee bringt am meisten Glück, wenn er drei Blätter hat. Zudem spart man Zeit bei der Suche!  Und das ist natürlich längst nicht alles, denn wie wir wissen, hat auch die herrschende Religion ein Faible für die Zahl 3. Nun gibt es jedoch ein Mitglied der Familie Halloween, das einen Copyrightbruch anklagt, und zwar die liebe Othilie. Ob da die Altersdemenz durchschlägt, oder hat das weibliche Oberhaupt der Familie etwa gute Argumente? Lassen wir sie doch einmal zu Wort kommen.

 

Kölner DreigestirnQuelle: © Sabine Voigt – Fotolia.com

Wie alles begann

Ja, ich denke hier muss etwas Klarheit in die Sache mit dem Dreigestirn gebracht werden. Zunächst müsst ihr wissen, dass die Zahl 3 eine urweibliche Zahl ist, die schon immer uns Frauen gehört hat. Als erste Frau und Hexe auf diesem Planeten, die sich ganz schnell eine Schwiegertochter und eine Enkelin zugelegt hat, kann ich euch das versichern. Doch auch die Große Göttin, unsere Chefin Nummer 1, wird als dreifaltige Gestalt verehrt. Da gibt es die jugendliche Göttin, die Göttin als Mutter  und die weise Alte – ebenso, wie es in unserer Familie repräsentiert ist. Man könnte auch sagen, es handelt sich um die Göttin der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, und auch wenn sie drei Gestalten hat, ist sie doch wieder eins.

Das Dreigestirn, oder: Geheimnis der 3

Geheimnisvoll, oder? Wenn du das verstehst, bist du vielleicht eine Frau, falls es dich verwirrt, kannst du dich mit Tony zusammen tun.

Die 3 war auf der Welt zu dieser Zeit immer präsent. Es gab immer jeweils drei Wolken am Himmel, drei Bäume, die aus einer Wurzel sprießten, und stets ein Vielfaches von 3 als Gäste auf unseren Partys. Die waren legendär! Bis die Männer neidisch wurden, und ich muss gestehen, Tony war ihr Anführer. Der Gute war zu diesem Zeitpunkt gerade in der Supermächtigerhalbstarker-Pubertät und setzte alles daran, uns das Leben schwer zu machen. Er organisierte Mottopartys und andere Feten, sodass beinahe ununterbrochen gefeiert wurde – und dennoch waren seine Veranstaltungen nie so gut wie unsere! Irgendwann verstand er, dass es mit der Magie der 3 zusammenhing, denn natürlich hatten wir immer auch 3mal so viel Spaß wie die Jungs. Und dann kam, was kommen musste: Er stahl die 3.

Als die 3 und das Dreigestirn gestohlen wurden

Tony hatte natürlich sein Finger im Spiel, als im Jahr 1823 der Karneval in Köln neu organisiert wurde. Jetzt ging es nämlich darum, die 3 zu etablieren und damit den gleichen Spaß wie wir zu haben! Als Mittelpunkt des Karnevals wurde eine Person als Held auserkoren. Diese Person sollte den Karneval verkörpern und jedes Jahr am Rosenmontag durch die Straßen ziehen und seinen Siegeszug antreten.Natürlich war die ersten Jahrzehnte immer Tony der Held – auch wenn man nicht immer wusste, wer unter der goldenen Krone mit dem Pfauenschweif steckte. Die zweitwichtigste Person neben dem Helden war seine ewig Verlobte, die Prinzessin Venetia. Ehrlich gesagt stellte Tony einige Jahre lang auch diese Person dar, denn er war sich zu dieser Zeit stets selbst am nächsten.

Nach dem Krieg 1870 wurde aus dem Helden Karneval der Prinz Karneval.

Die Symbolfiguren des Karneval sind immer männlich

Ab 1823 trat die Kölner Jungfrau in den Rosenmontagsumzügen auf. Als Zeichen der Unbesiegbarkeit der Stadt Köln trägt sie eine Mauerkrone auf dem Kopf. Erwähnt wurde diese Symbolfigur erstmals 1570. Die Jungfrau wird immer von einem Mann dargestellt. Diese Männerrolle hat sich immer ohne weitere Überlegung ergeben, denn der Karneval war immer eine reine Männerangelegenheit. So haben auch heute die traditionsbewussten Gesellschaften des Karneval immer noch keine Frauen als Mitglieder. Natürlich nicht, denn nun haben sie ja die 3 und brauchen uns nicht mehr zum feiern. Auch der  Kölner Bauer ist eine Symbolfigur des Kölner Karnevals. Der Kölner Bauer stellt die Mitgliedschaft der Reichsbauernschaft dar. Erstmals erwähnt wird der Kölner Bauer im Jahr 1422 als Schildhalter des Reiches. Im Maskenzug sieht man ihn erstmals im Jahr 1825. So hat Tony seine engsten Freunde mit Privilegien versorgt und ist gemeinsam mit ihnen als Dreigestirn, bestehend aus Bauer, Jungfrau und Held bzw. Prinz aufgetreten. Diese Tradition hat sich bis heute gehalten, und der ganze Erfolg des Karneval liegt im Geheimnis der 3 verborgen.

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